Playa del Ingles Reisebericht
Januar 20, 2009 by admin
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Es scheint alles aus der Retorte, alles etwas künstlich, alles nur Kommerz? Playa del Ingles, Hochburg des internationalen Tourismus auf Gran Canaria, ohne Idylle und ohne spanisches Flair? Vielleicht, aber wer hier Urlaub macht, der kommt nicht des Landes wegen oder des Inselinneren, der sucht Fun und absolute Unterhaltung: In Playa del Inglés tobt der Bär, täglich bis in die frühen Morgenstunden. Playa del Inglés, mit Abstand der größte Urlaubsort auf Gran Canaria, mit sämtlichen Dienstleistungen einer Großstadt: mit Shopping-Zentren, mehr als 400 Restaurants, um die 60 Diskotheken, und rund um die Stadt etwa 300 Apartmentanlagen sowie Hotels aller Kategorien. Playa del Inglés ist keine grüne Insel im vertrockneten Umland. Landschaftlich eine Enttäuschung, aber ein Küste, die wohl einmalig sein dürfte: Maspalomas.
Zwei Kilometer lang ist die „Avenida Alféreces Provisionales“ die das etwa drei Kilometer lange und zwei Kilometer breite Playa del Inglés von Maspalomas trennt. Von der Strandpromenade aus, vom Aussichtspunkt am Ende der „Avenida de Tirajana“, kann man schon die Dünen von Maspalomas bewundern.
Es ist der Touristenstrand überhaupt auf den Kanarischen Inseln. Er fällt flach ins Meer ab und besteht aus hellbraunem bis ockerfarbenen Sand, mit einer oft ziemlich heftigen Brandung. Trotzdem ist der Strand ein Paradies für Familien mit Kindern. Maspalomas hat grandiose Ausmaße: zum Teil über 200 Meter breit, und er zieht sich über 13 Kilometer am Atlantik entlang. Trotzdem, in der Hochsaison sind einsame Plätzchen Mangelware. Und oft sieht man vor lauter Liegestühlen, Sonnenschirmen und Menschenmassen den Sand gar nicht mehr.
Eines ist in Playa del Inglés ideal: Freizeitangebote gibt es in in Hülle und Fülle. Speziell für Kinder ist es schon so etwas wie ein Spieleparadies. Da gibt es die „Mini-Tren“, ein Nachbau einer Westernbahn von 1864, die quer durch die Stadt fährt. Da gibt es bei „Tarajalillo“ eine über 1,5 Kilometer lange Kartbahn mit Mini-Karts und Mini-Motorrädern für Kinder ab fünf Jahren, aber auch eine Bahn für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren. Die Kartbahn ist von Oktober bis März täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet, von April bis September täglich von 11 bis 22 Uhr. Eine Stunde kostet zehn Euro. Und dann noch „Sioux City“, in 300 Meter Entfernung vom Strand Águila in San Agustín. Die Westernstadt zeigt mehrmals täglich spektakuläre Stuntshows, Rodeos usw. Jeden Freitag ab 20 Uhr findet die „Western Night“ mit Barbecue und Westernmusik statt. „Sioux City“ ist von Dienstag bis Sonntag geöffnet, die Shows beginnen jeweils um 12 und 18 Uhr.
Wer sich schon immer einmal als Torero versuchen wollte, kann auch dies in Playa del Inglés. In der „Plaza de Toros“ gibt es Stierkampf „light“. Auf Gran Canaria sind die üblichen Stierkämpfe verboten, man kann aber gut inszenierte Shows erleben und selbst den Stier herausfordern. Die Shows finden jeden Sonntag um 20.30 Uhr statt.
Etwas Geschichte sollte sich der Fun-Urlauber doch gönnen. Wenn man etwas über das Leben der Ur-Einwohner Gran Canarias erfahren möchte, muss man die Anlage „Welt der Ureinwohner“ besichtigen, eine Nachbildung eines prä-hispanischen Dorfes. Das Ureinwohnerdorf befindet sich an der Straße von Playa del Inglés nach Fataga und ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Doch Playa del Inglés ist Party, ist Nachtleben zum Durchfeiern in den Diskotheken, Pubs und Bars. Wenn man nicht weiß, wo man beginnen soll, ist es am einfachsten, in irgend ein Shopping-Zentrum zu gehen. Dort wird man von Menschen in neongelben Jacken mit Flyern, Broschüren, Eintrittskarten usw. in die entsprechenden Lokalitäten gelockt.
Hier einige Tipps, um sich das Suchen zu ersparen: „China White“, direkt neben dem Shopping-Center „Kasbah“. Stilvolles, in Weiß gehaltenes Ambiente, mit unglaublich netten Bedienungen, DJs und Tänzerinnen machen Stimmung. Von 22 bis 24 Uhr ist täglich Happy Hour. Wer es ganz deftig braucht, kann ins „Zig-Zags“ gehen, das sich im Untergeschoss der „Kasbah“ befindet. Hier werden alle Klischees von saufenden und grölenden Touristen erfüllt. Es ist eben eine typische Touristendisco mit Go-Go-Tänzerinnen, Unmengen von Alkohol und Musik in einer Lautstärke, an der man auch noch am nächsten Tag zu leiden hat.
Ist man am nächsten Tag noch in der Lage, kann man die sportlichen Angebote nutzen. Es gibt wirklich nichts, was nicht gibt. Nur einige Beispiele: Tauchen, Wasserski, Windsurfen, Paragliding, Drachenfliegen, Fallschirmspringen, Mountainbiken, Minigolf, Golf, Tennis, Squash, Reiten und noch vieles mehr. Für Drachenfliegen, Fallschirmspringen, Paragliding wendet man sich am besten gleich an den „Aeroclub de Gran Canaria“, am Flughafen Costa Canaria. Wer Surfen oder Windsurfen möchte, der ist im „F2-Surfcenter“ an der Playa del Águila in allerbesten Händen. Im „Sun Fun-Motorcenter“, im „Gran Chaparral“, hat man die größte Auswahl, wenn man sich ein Mountainbike, ein Fahrrad, einen Motorroller oder ein Motorrad mieten möchte. In allen Restaurants und Geschäften findet man Flyer, auf denen alle Informationen zu finden sind.
Wer es etwas gemütlicher mag, kann auf der vielleicht schönsten Mini-Golf Anlage eine Runde golfen. Mitten in der Bungalow-Anlage “San Valentin Park” kann man täglich von 9 bis 23 Uhr spielen.
Was aber wäre ein Urlaub ohne gutes Essen. Das ist in Playa del Inglés gar nicht so einfach. Es dominiert eindeutig die schnelle Touristenküche ohne Anspruch auf Qualität und Geschmack. Es kann gut passieren, dass man erst am Ende seines Urlaubs ein gutes Lokal gefunden hat. Deshalb gleich zwei Empfehlungen: „Pepe el Breca“ im Ortsteil San Fernando in der Carretera Fataga, geöffnet täglich außer sonntags von 13 bis16 und von 19 bis 24 Uhr. Es ist ein typisches Fischrestaurant, in einem gemütlichen alten Landhaus. Sehr empfehlenswert: “Viejas a la espalda”, Papageifisch, oder “Cherne”, ein ausgezeichneter Barsch im Salzmantel. Für Liebhaber spanischer Tapas empfiehlt sich der Insider-Treff „Wences“ in der Avenida de Galdar, mit täglich wechselndem Stammessen und hervorragenden Tapas in großer Auswahl. Es ist zwar von 9 bis 23 Uhr geöffnet, die Küche aber nur von 13 bis 16 Uhr.
Playa del Inglés, das ist Urlaub am Strand und in der Nacht. Wer seine Ruhe haben möchte, muss sich schon in den umliegenden Gemeinden niederlassen. Vor allem im Innenstadtbereich herrscht bis in die frühen Morgenstunden Jubel, Trubel, Heiterkeit. Es hat es etwas von Ballermann, aber nicht ganz in diesen Ausmaßen. Wer jedoch einen solchen Urlaub, verbunden mit einem genauso lebendigen Strandurlaub, verbringen möchte, der ist hier genau richtig.
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