Lanzarote Reisebericht

Januar 20, 2009 by admin  
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Lanzarote ist sowohl im Winter als auch im Sommer ein lohnendes Reiseziel. Die Temperaturen sinken im Winter selten unter 20 ° C und wem der einheimische Winter unerträglich lang wird, der kann auf Lanzarote ein wenig Sonne tanken. Im Sommer herrschen auf der Insel Temperaturen um die 30 ° C, die äußerst angenehm zu ertragen, da der ständig wehende Passatwind für eine angenehme Kühlung sorgt.

Unseren Urlaub haben wir in Puerto del Carmen verbracht. Dieses Touristenzentrum liegt nur gut 6 km von der Hauptstadt Arrecife entfernt, in der sich auch der Flughafen der Insel befindet. Puerto del Carmen ist ein quirliger Ort, der für jeden Geschmack etwas bietet. In den verschiedenen Restaurants gibt es alles, was den Gaumen erfreut. Angefangen von der leckeren einheimischen Küche – die es uns mit umfangreichen Fischspezialitäten erfreut hat – über die italienische und chinesische Küche, bis hin zu den typischen Gerichten, die sich speziell an die Touristen wenden. In Puerto del Carmen reihen sich die unterschiedlichsten Geschäfte und Boutiquen aneinander und es gibt kaum einen Souvenirshop, der die Besucher nicht mit wunderschön bemalten Keramikwaren ins Innere lockt. Bevor wir den Trubel von Puerto del Carmen allerdings genossen haben, sahen wir uns nach einem Mietwagen um, mit dem wir in den nächsten Tagen die Insel erkunden wollten. Das Straßennetz ist hervorragend ausgebaut und war eine erfreuliche Abwechslung zu unseren heimischen Schlaglochpisten. Lediglich an den mitunter sehr zügigen Fahrstil der Inselbewohner mussten wir uns anfangs gewöhnen.

Unser erstes Ausflugsziel waren die Feuerberge im Nationalpark Timanfaya. Wir folgten der Schnellstraße, die nach Yaiza führt und von dort aus den Hinweisschildern. Das letzte Wegstück führte uns durch eine beeindruckende Vulkanlandschaft. Im Nationalpark angekommen hatten wir die Wahl, das Gebiet entweder auf dem Rücken der dort wartenden Kamele oder in einem Reisebus zu erkunden. Wir entschieden uns für letzteres. Im Bus wurde mehrsprachig die Geschichte Lanzarotes erzählt. Untermalt wurde alles mit mystischer Musik, die wunderbar zur kargen, schroffen Vulkanlandschaft passte. Am Ende der Rundfahrt wurde uns eindrucksvoll demonstriert, dass die Feuerberge ihrem Namen durchaus noch gerecht werden. Die Hähnchenkeulen, die man im dortigen Restaurant bestellen konnte, wurden auf einem Grillrost zubereitet. Allerdings war das kein gewöhnlicher Grill. Mitten in einen Felsen befand sich eine Nische, in die ein Grillrost eingelassen war. Die Hitze, welche die Hähnchenkeulen knusprig brutzelte, kam einzig und alleine aus dem Felsen. Und auch der Inhalt eines Wassereimers, der in eine Felsöffnung im Boden entleert wurde, schoss in einer Dampffontäne wieder empor.


 

Nach dieser beeindruckenden Tour durch die Feuerberge fuhren in Richtung El Golfo. Zwei Gründe zogen uns hierher. Zum einen gibt es in diesem Fischerdörfchen wunderbare Restaurants, in denen wirklich gut essen kann. Mir haben es besonders die leckeren kanarischen Kartoffeln, die Papas Arrugadas, angetan. Diese werden mitsamt der Schale gegessen und zuvor in eine würzige Sauce gedippt. Empfehlenswert sind natürlich auch alle Fischgerichte. Nach einem vorzüglichen Mittagessen spazierten wir zur Lagune El Golfo, die mein persönliches Highlight auf Lanzarote ist. Sie wurde nicht umsonst von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Lagune von El Golfo hat sich in einem ehemaligen Vulkankrater gebildet. Das Wasser schimmert in einem geheimnisvollen, grünen Ton. Das ist allerdings keine Zauberei. Die grünliche Färbung wird durch Algen hervorgerufen. Der Strand um die Lagune ist dunkelgrau, im Hintergrund recken sich die Felsen empor und im Vordergrund tost der Atlantik, aus dem sich ebenfalls ein einsamer Felsen erhebt. Es bietet sich ein faszinierendes Schauspiel, welches wir auf unzähligen Fotos festgehalten haben.

Unsere Entdeckungstour führte uns nun in den Norden der Insel ins Malpais de Corona zu den Jameos del Agua. Es handelt sich hier um eines der faszinierendsten Höhlensysteme weltweit. Das Höhlensystem ist bei früheren Vulkanausbrüchen entstanden, indem die Oberfläche bereits erstarrt ist, während im Inneren die heiße Lava floss. Der auf Lanzarote allgegenwärtige Künstler César Manrique gestaltete diese unterirdische Höhlenwelt zu einem einzigartigen Kunstwerk. Um ins Innere zu gelangen, steigt man eine schmale, gewundene Felstreppe hinunter. Der Blick fällt auf einen unterirdischen Salzwassersee, in dem kleine, weiße Krebse leben. Ein Stückchen weiter im Höhlensystem befinden sich ein Restaurant, sowie ein Konzertsaal. Leider war es uns nicht möglich, an einer Aufführung in dieser phantastischen Umgebung beizuwohnen, allerdings wird das gesamte Höhlensystem während der Öffnungszeiten mit leiser Instrumentalmusik beschallt, welche die mystische Atmosphäre noch unterstreicht. In einem Vulkankessel befinden sich ein tropischer Garten und ein Wasserbecken – gefüllt mit türkisfarbenem Wasser – dessen Form der Lagune von El Golfo nachempfunden zu sein scheint. Ein Museum, welches über die Vulkangeschichte der Insel informiert, rundet das Gesamtkunstwerk ab.

Am Ende unserer Ferien auf Lanzarote, die natürlich auch ein paar Strandtage beinhaltet haben, waren wir uns einig, dass wir dieser vielseitigen Vulkaninsel auf jeden Fall noch einen weiteren Besuch abstatten werden.


 

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