Berlin Alexanderplatz
September 10, 2009 by admin
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Berlin Alexanderplatz - Reisebericht eingeschickt von fisch01
Der Alexanderplatz liegt in Berlin Mitte. Er ist ein zentraler Platz und der Verkehrsknotenpunkt Nummer eins in Berlin.
Im Volksmund nennt man diesen Platz auch liebevoll Alex. Sein Wahrzeichen war die bronzene Berolina, sie war eine 7,5 m hohe Statue von Emil Huderieser, wegen des U-Bahn Baus musste sie aber entfernt werden und wurde später zu Waffenzwecken eingeschmolzen. Berlin sucht im Moment einen Spender, der die Berolina finanziert damit sie wieder aufgestellt werden kann.
Der Alexanderplatz ist angeblich eine Wiedergutmachung für die alten DDR Zeiten, was damit gemeint ist, weiß ich selbst nicht so genau. Den Alex gab es ja schließlich schon zu Zeiten, in denen noch nicht mal annähernd daran gedacht wurde, dass es so etwas jemals geben wird.
© Fotograf: Andri Peter - Pixelio.de |
Auf dem Alexanderplatz fahren Straßenbahnen, sonst ist er eine reine Fußgängerzone. Der Verkehr wird außen herum durch den überall beliebten Kreisverkehr geleitet. Es ist kaum zu glauben, wie viele Autos hier tagtäglich über die Strassen fahren. Einfach Wahnsinn!. Es erinnert einen fast an den New Yorker Verkehr. Zum Alex fahren Schnellbahn, U-Bahn und Straßenbahn. In Berlin heißt es, alle Wege führen zum Alex.
Es gibt zwei Orte an denen sich Pärchen sehr gerne verabreden, der Brunnen der Völkerfreundschaften und die Weltzeituhr.
Der Brunnen der Völkerfreundschaft wurde 1970 aufgestellt, geschaffen wurde er von einer Künstlergruppe. Bei seiner Einweihung besaß er schon eine Unterwasserbeleuchtung, leider fehlte nach wenigen Jahren schon das Geld für die Wartung. 2002 wurde sie dann bei der Sanierung des Brunnens wieder installiert. Der Volksmund nennt ihn auch Nuttenbrosche, diesen Namen hat er wegen seiner farbenrohen Emaillierung. Der Brunnen der Völkerfreundschaft steht unter Denkmalschutz. Er wurde aus Kupfer, Glas, Keramik und Emaille gefertigt und ist mit 6,20 Metern Höhe und einem Wasserbecken mit einem Durchmesser von 23 Metern ein wahrer Riese. An seiner höchsten Stelle fließt das Wasser über 17 Schalen spiralförmig abwärts, die Schalen haben übrigens einen Durchmesser von 1 bis 4 Metern.
Die Weltzeituhr wurde 1969 eingeweiht. Mit ihren 16 Tonnen Gewicht und 10 Metern Höhe ist sie auch ein wahrer Koloss. Die Uhr wurde wie ein 24 eckiges Prisma konstruiert. Jede der 24 Seiten ist in einer der 24 Zeitzonen zugeordnet die es auf der Welt gibt. In der Uhr dreht sich ein Zylinder der die aktuelle Zeit für alle Zonen angibt und über der Uhr dreht sich eine vereinfachte Darstellung des Planetensystems und ihren Bahnen die sich einmal pro Minute um sich selbst drehen. Nach der Wende wurden Korrekturen vorgenommen, da einige Städte in falschen Zeitzonen lagen, bei dieser Gelegenheit wurden 20 neue Städte dazugefügt. Der Motor der Weltzeituhr stammt übrigens noch aus DDR Zeiten.
Das Publikum hier auf dem Alex ist bunt gemischt. Hier treffen Welten aufeinander. Das liegt natürlich auch daran, dass der Alex der Verkehrsknotenpunkt ist und man von hier aus mit sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln in alle Richtungen fahren kann.
Die Menschen hier kommen aus den verschiedensten sozialen Schichten. Von Arbeitern bis Arbeitslosen, Ausländern und Deutschen, Punks und Gothic Anhängern ist hier alles vertreten. Natürlich führt das auch oft zu Reibereien auf dem Alex, wie so oft, kommen manche Menschen eben nicht mit anderen aus und wer Streit sucht, wird hier immer jemanden finden der auch darauf eingeht. Ein großes Problem hier am Alex sind auch die Obdachlosen, sie halten sich hier zu Haufen auf, liegt wohl auch daran, dass es immer einen netten Menschen gibt der mal ein paar Euro abfallen lässt. Sie sind zwar lästig, weil sie die Passanten auch ansprechen aber von ihnen geht ein recht geringes Gewaltrisiko aus.
Das ist auch ein Grund, warum man hier ständig Polizei auf und ab gehen sieht.
Am Freitagabend wird der Alex für zwei Tage zum Haupttreffpunkt für Jugendliche und Anhänger der Gothic Szene. Die hängen hier einfach nur ab oder gehen zum Haus des Reisens, dort haben sich einige Diskotheken eingenistet, die sind zwar vom Vermieter nicht besonders gern gesehen aber er duldet sie dort.
Unter der S-Bahn gibt es die Besenkammer, das ist eine sehr beliebte Schwulenkneipe.
Tagsüber tummeln sich auf dem Alex Angestellte der Landesbank, Touristen, Straßenmusiker, Händler mit mobilen Ständen die allerhand Schund verkaufen, Infostände von politischen und religiösen Gruppen und viele Imbissstände.
© Fotograf: ehuth - Pixelio.de |
Grundsätzlich ist auf dem Alexanderplatz immer etwas los. Es herrscht eine große Hektik, das liegt natürlich daran, dass er eine reine Durchgangszone ist. Der Alex ist kein Platz auf dem man sich gerne aufhält um in einem Cafe oder Restaurant gemütlich einen Kaffee zu trinken. Außerdem ist es hier auch recht zugig und kühl.
Im Winter wird der Alex zum Weihnachtsmarkt umgestaltet, dann gibt es hier Stände mit Glühwein und Weihnachtsleckereien und vielen bunten Ständen in denen man Weihnachtsschmuck kaufen kann. Es wird dann auch eine Eislaufbahn aufgestellt auf der sich überwiegend die Kinder und Jugendlichen tummeln. Die tägliche Hektik aber bleibt auch während dieser besinnlichen Tage bestehen.
Unter dem Jahr werden auf dem Alex auch Volksfeste und Märkte abgehalten. Hier ist es immer recht lustig. Die Volksfeste bieten natürlich jede Menge Fahrgeschäfte und Stände an und sind somit bei den Jugendlichen sehr beliebt. Die Märkte dagegen werden eher von den Erwachsenen besucht. Hier kann man von Korbwaren bis hin zu eingelegten Speisen alles kaufen was das Herz begehrt.
Gelegentlich gibt es hier auch Openair Veranstaltungen verschiedenster Arten.
Auf dem ganzen Alex sind Reklametafeln verteilt, die ca. 160 cm hohen Tafeln wechseln ständig ihre Werbung und man muss echt aufpassen, dass man nicht anläuft, die Versuchung die Tafeln zu lesen ist einfach zu groß und bei der Menge die auf dem Alex steht gibt es viel zu lesen.
Sehr beliebt sind hier die Bratwurstverkäufer die ihre Verkaufsläden einfach auf dem Bauch tragen. Sie sehen recht lustig aus, weil sie eben ihren kompletten Verkaufsstand mit sich rum tragen, klar sie sparen sich so die Standgebühr, müssen aber nach spätestens zwei Stunden Pause machen. Diese schweren Bauchläden trägt selbst ein trainierter Rücken nur für eine gewisse Zeit. Allerdings bekommt man bei ihnen nichts zu trinken, klar, dafür hätten sie keinen Platz. Die Bratwürste die sie verkaufen sind aber sensationell.
Sehr zu empfehlen ist natürlich auch der Fernsehturm. Die Aussicht ist atemberaubend. Er wird von den Berlinern auch liebevoll Telespargel genannt.
Im Erdgeschoss findet man eine große Eingangshalle mit zahlreichen Souvenirläden, über eine Treppe gelangt man in das Obergeschoss, hier findet man einen Ausstellungsraum, die Kassen und die Zugänge zu den Aufzügen.
Mit dem Aufzug ist man in 40 Sekunden auf über 200 Metern Höhe. Auf der Panoramaetage gibt es eine Bar und einen Souvenirstand. Bei gutem Wetter und klarem Himmel kann man über ganz Berlin blicken und hat eine Sicht von etwa 40 Kilometern.
Ein Stock höher ist das Telecafe, hier kann man sich nicht nur zu Kaffee und Kuchen niederlassen sondern auch sehr lecker essen. Das schöne daran ist, dass sich die Plattform in einer halben Stunde um die Achse des Turms dreht, so hat man während des Essens auch noch einen tollen Blick über Berlin.
Es ist natürlich sinnvoll noch vor Einbruch der Dämmerung auf den Fernsehturm zu fahren, dann sieht man Berlin bei Tages-, Abend- und Nachtstimmung. Der Turm ist bis 24 Uhr geöffnet.
Sehr schön ist es hier oben auch im Winter, Berlin sieht dann wie eine kleine Winterlandschaft aus.
Natürlich gibt es zum Fernsehturm auch eine kleine Anekdote.
Wenn die Sonne auf die Kugel strahlt, reflektieren die eisernen Prismen ein Kreuz auf den Mittelteil des Turms. Zu DDR Zeiten wurde das als die Rache des Papstes bezeichnet, es soll eine Antwort Gottes auf die atheistische Weltanschauung des sozialistischen Landes sein.
Angeblich soll der Architekt nach der Fertigstellung von der Stasi befragt worden sein, ob er das Kreuz absichtlich eingebaut habe.
Einer anderen Geschichte zu Folge soll ein Politbüromitglied in einer Sitzung gesagt haben, dass Kreuz sei ein Pluszeichen als Zustimmung für den Sozialismus.
Ob da ein Funken Wahrheit dabei ist? Wer weiß!
Das Standesamt Berlin Mitte bietet auch Trauungen nach Voranmeldung auf dem Turm an und anschließen wird mit bis zu 30 Gästen hier oben gefeiert. Ein unvergessliches Erlebnis.
© Rafafelina - Pixelio.de |
© Michael Leps - Pixelio.de |
Für Sportler könnte der Alex im Sommer ganz interessant sein. Hier finden Streetball und Beachvolleyball Turniere statt. Wer ein Team zusammenbekommt kann natürlich gegen eine kleine Teilnahmegebühr selbst mitspielen. Für das Beachvolleyball Turnier wird extra ein abgezäunter Bereich mit Sand aufgeschüttet und der Zuschauerbereich wird auch dem entsprechend gestaltet. So kommt auch das richtige Strandfeeling auf. Diese beiden Veranstaltungen sind immer recht gut besucht und natürlich ein Highlight für jung und alt.
Die Hotels rund um den Alexanderplatz sind auch recht empfehlenswert. Sie bieten Zimmer von teuer bis billig an. Die Zimmer sind alle recht schön eingerichtet und gut ausgestattet. Das Personal leistet auch einen super Service. Natürlich muss man bei diesen Hotels einen gewissen Lärmpegel in Kauf nehmen. Sie liegen schließlich an der Hauptstrasse und so hat man auch nachts einfach immer den Straßenlärm.
Wer gerne shoppen geht, ist in den beiden Einkaufszentren sehr gut aufgehoben. Es gibt hier Läden von kleinen nicht so bekannten und neuen Designern und natürlich auch Markenbotiquen mit gehobenen Preisen. Der Standard sind aber Filialen der ganzen Namenhaften Läden die man in jeder Stadt findet, C&A…
Der Service der Verkäufer ist ausgesprochen gut, gerade in den kleineren Läden kommen sie sofort auf einen zu und beraten. Sie verlieren auch nicht so schnell die Geduld wenn man mal etwas unschlüssig ist. Aber wie überall geht es ihnen natürlich auch nur ums Verkaufen und so wollen sie einem schon auch mal ein Kleidungsstück einfach nur andrehen obwohl es einem überhaupt nicht steht.
Im Einkaufszentrum Alexa beispielsweise gibt es die Kindercity. Hier können Kinder spielen, einkaufen und beim Lauf durch die Wissenswege neue Sachen lernen. Nach Termin kann man hier sogar einen Kindergeburtstag feiern. Es gibt ein Kinderkino mit allen denkbaren Kinderfilmen, eine Experimentierwelt, eine kleine Stadt durch die die Kinder mit ihrem Auto fahren können, selbstverständlich mit allen dazugehörenden Straßenschildern, ein Atelier in dem kleine Künstler ihren Fantasien freien Lauf lassen können und für etwas größere gibt es sogar die Möglichkeit sich als Kameramann an einer richtigen Kamera zu versuchen und wer auf Kuscheltiere steht kann sich in der Kindercity sein eigenes Stofftier machen. Das Kind sucht sich einfach den Plüschstoff aus und dann wird unter Anleitung losgelegt. Die Kindercity ist für groß und klein sehr sehenswert und bringt viel Spaß.
Und wer seinen Besuch im Alexa unvergesslich machen möchte lässt sich dort einfach gleich ein Tatoo stechen. Der Tätorwiershop hier ist bekannt für seine ausgezeichnete Arbeit. Der Laden arbeitet äußerst sauber und steril und bietet eine Vielzahl an Motiven an.
Es lohnt sich auch immer wieder mal auf die Website des Alexa ´s zu schauen, denn hier finden ein paar Mal im Jahr Ausverkäufe statt und dann bekommt man teure Markenmode zu wirklichen Spottpreisen. Diese Ausverkäufe lohnen sich immer!
Der Saturn ist einer der größten Elektromärkte auf dem Alex von DVD ´s bis hin zu Waschmaschinen bekommt man hier alles. Trotz seiner Größe sind die Regale immer total voll gestopft und man findet nur schwer das was man sucht. Die Preise haben es auch in sich. Das einzige was wirklich zu empfehlen ist, das sind die Wühltische, hier bekommt man auch günstige Sachen.
Für Fans des Modellbaus ist das Loxx sehr sehenswert. Hier gibt es eine 750 Quadratmeter große Modellbahnanlage, auf ihr werden viele Berliner Stadtteile, Landschaften und Situationen gezeigt, alles natürlich mit den dazugehörenden Sound- und Lichteffekten. Das Loxx ist auch immer wieder im Fernsehen zu sehen. Es gab schon mehrere Berichte darüber, unter anderem eben den Umzug auf den Alexanderplatz. Es ist einfach Wahnsinn mit welcher Liebe und welchen kleinen Details diese ganze Landschaft erbaut wurde.
Auf dem Alexanderplatz stehen natürlich auch immer noch das Alexander- und das Berolinahaus, beide stehen unter Denkmalschutz.
Sie wurden von 1930-1932 erbaut und wurden im 2. Weltkrieg stark beschädigt, 1952 wurden sie wieder aufgebaut.
Im Alexanderhaus waren früher in den unteren Bereichen Läden, Gaststätten und ein Kaufhaus, in den oberen Etagen befanden sich Büros. Heute befindet sich unten ein Einkaufzentrum und der U-Bahn Zugang, oben hat die Bankgesellschaft Berlin ihren Sitz.
Das Berolinahaus verdankt seinen Namen der Berolina die ganz in der Nähe stand. Früher gab es hier ein ebenerdiges Ladengeschoß, darüber eine Glasgalerie und sechs Bürogeschosse. Zur Zeit ist das Berolinahaus unbenutzt.
© Jens H. - Pixelio.de |
Das Galeria Kaufhof Gebäude findet steht hier auch, was aus ihm wird wenn der Laden nach seinem Konkurs schließen muss ist noch unklar.
Das Haus des Reisens wurde 1969-1971 errichtet. Bis zur Wende war hier die Hauptdirektion des Reisebüros der Deutschen Demokratischen Republik und Büros der Interflug. Ab 2000 hatte der Club Stern Radio hier seinen Sitz, er wurde aber 2007 geschlossen. Jetzt befinden sich in den Räumen der Club Centrum und der Club Weekend und natürlich wie der Name es schon vermuten lässt, ein Reisebüro. An der östlichen Fassade des Hauses befindet sich ein Kupferstich mit der Inschrift „Der Mensch überwindet Zeit und Raum“. Da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht wird es aber wohl bald abgerissen und durch ein neues Hochhaus ersetzt werden.
Sehr interessant ist auch das Haus Alex 6. Hier haben heute Versicherungen ihre Büros aber auch das Bundesministerium für Umwelt und das Bundesfamilienministerium. Die Fassade des Alex 6 wurde 2000 neu gestaltet. Die einzelnen Platten der Fassade haben große Buchstaben die zusammen ein Zitat aus Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ ergeben.
Es lautet wie folgt: „ Eine Hand voll Menschen um den Alex. Am Alexanderplatz reißen sie den Damm auf für die Untergrundbahn. Man geht auf Brettern. Die Elektrischen fahren über den Platz die Alexanderstrasse herauf durch die Münzstrasse zum Rosenthaler Tor. Rechts und Links sind Strassen. In den Strassen steht Haus bei Haus. Die sind vom Keller bis zum Boden mit Menschen voll. Unten sind Läden. Destillen, Restaurationen, Obst- und Gemüsehandel, Kolonialwaren und Feinkost, Fuhrgeschäfte, Dekorationsmalerei, Anfertigung von Damenkonfektion, Mehl und Mühlenfabrikation, Autogarage, Feuersozietat. Wiedersehen auf dem Alex, Hundekälte. Nächstes Jahr, 1929, wird noch kälter.“
Auf dem Dach des Hauses ist eine Videotafel, sie zeigt die neuesten Nachrichten in Laufschrift. Allerdings sind mittlerweile schon so viele Pixel ausgefallen, dass man kaum noch etwas lesen kann. Die meiste Zeit ist die Videowand deshalb ausgeschalten. Wieso man sie nicht einfach repariert ist mir schleierhaft. Nun gut, so wird der Verkehr wenigstens nicht von der Laufschrift abgelenkt und es kommt zu weniger Unfällen.
Für Filmfans ist das Kino Cubix bestimmt ein Highlight. Es ist das größte Kino in Berlin. Es gibt neun Kinosäle und Platz für 2411 Besucher.
Für den Alexanderplatz gibt es aber schon wieder neue Pläne. In Zukunft werden wohl noch einige neue Häuser gebaut werden.
Sehr schön anzusehen sind die Außenfassaden einiger Häuser, sie sind mit bunten Platten bestückt und ergeben Bilder die an DDR Zeiten erinnern sollen. Natürlich sind die Gebäude auch bei Nacht bunt beleuchtet.
Es lohnt sich also durchaus auch mal bei Nacht über den Alex zu laufen. Dann ist hier auch nicht mehr ganz so viel los. Er wird etwas ruhiger aber ganz still steht er nie!
Wer Fische mag geht ins Sealife, es ist nach amerikanischem Vorbild gebaut. Es ist ein Spaziergang unter bunten Fischen und zum Schluss fährt ein Aufzug in ein freistehendes Aquarium in der Mitte eines Hotelfoyeurs . Bei der Führung ist ein Mitarbeiter von Sealife dabei, der alles Wissenswerte zu den Fischen erzählt und für die Kinder gibt es am Ende des Aquariums eine Wissenszone. Dort sind Löcher in der Wand und beim Reinfassen fühlt man wie sich zum Beispiel die Haut eines Hais anfühlt. Und es gibt kleine Becken in denen Haifischembrios heranwachsen. Es werden die verschiedenen Wachstumsstationen bis zur Geburt gezeigt. Keine Ahnung wie die das hinbekommen, dass die ungeborenen Fische da heranwachsen. Es ist wirklich faszinierend.
Beim roten Rathaus gibt es einen sehr schönen Park, hier werden die warmen Sommermonate in vollen Zügen genossen. Meistens liegen hier die Sonnenanbeter in der Wiese und dort wo eine größere Stelle frei ist, spielen die Jungendlichen Fußball. Mobile Eishändler laufen durch den Park, das Eis das sie verkaufen ist sehr zu empfehlen. Hier im Park ist die Luft auch noch recht gut, was man zum Alex weniger sagen kann. Klar durch den Autoverkehr sammelt sich auf dem Alex natürlich auch die ganze schlechte Luft. Im Park ist das aber anders. Hier riecht die Natur noch nach Pflanzen.
Im Park Inn Hotel findet gibt es ein Casino. Es ist immer ganz gut besucht. Dort gibt es auch keine Kleideretikette, ordentlich gekleidet, kommt man auch ohne Smoking oder Abendkleid rein. Es herrscht richtige Las Vegas Stimmung im Casino und es ist rund um die Uhr geöffnet.
Das Verlagshaus Grüner und Jahr hat hier auch seinen Sitz. Jeder der schon mal eine Zeitung abonniert hat, müsste es kennen. Es ist schließlich eines der größten. Es gibt kaum eine Zeitung oder ein Magazin das nicht von ihnen stammt.
© Michael Vogt - Pixelio.de |
© Karl-Heinz Liebisch - Pixelio.de |
Der Alex ist auch sehr beliebt für Demos, so wurde damals eine Demonstration gegen die Studiengebühren abgehalten. Klar, der Alex ist dafür natürlich optimal.
Cafes und Restaurant gibt es hier am Alex natürlich auch einige gute, von gehobener Küche bis hin zur einfachen und für Fast Food Freunde ist der Burger King direkt am Bahnhof zu empfehlen.
Am Bahnhof und in den Hotels gibt es übrigens auch Hotspots, man kann also jederzeit mit seinem Notebook ins Internet gehen. Hier ist natürlich immer Vorsicht geboten, da sich dort auch einige Hacker aufhalten die nur auf einen ungesicherten Computer warten. Im Notfall einfach am Hauptbahnhof in das Internetcafe gehen, dort sind die Computer auch ausreichend gesichert. Hier kann so lange gesurft werden wie man möchte, muss nur eine gewisse Menge an Getränke abnehmen, damit das Cafe auf seine Kosten kommt.
So mitten auf dem Platz stehend und einen Blick in den Himmel werfend hat es fast schon ein bisschen Amerika Feeling. Diese Miniwolkenkratzer der Skyline erinnern sehr an Manhattan. Es ist schon beeindruckend wie hoch die Gebäude hier auf dem Alex sind.
Den Alexanderplatz kann man einfach schlecht beschreiben. Er ist so eindrucksvoll, man muss ihn einfach live gesehen haben. Alleine die Menschenmengen! Klar, die sieht man in jeder Großstadt aber auf dem Alex ist es einfach anders. Vielleicht liegt das auch an der Mentalität der Berliner! Verglichen mit dem Münchner Hauptbahnhof oder Marienplatz ist das einfach etwas ganz anderes. Zudem scheit der Alex im Allgemeinen auch sehr beliebt zu sein. Es gibt wohl einige Leute die spezielle dafür nach Berlin reisen um auf dem Alex shoppen zu gehen. Es ist nicht schwer einen kompletten Tag auf dem Alex zu verbringen und es gibt immer etwas zu Sehen und Staunen.
Es liegt wohl auch daran, dass der Alex sich über die Zeit hinweg ständig geändert hat. Verglichen mit dem Alex von früher, kann man nur sagen, er war zwar schon immer ein zentraler Platz und es gab auch dort schon immer Läden in denen man einkaufen gegangen ist aber trotzdem ist er nie gleich geblieben. Alleine nach dem zweiten Weltkrieg hat er sich einfach ständig geändert, alte Gebäude wurden abgerissen und neue kamen dazu. Er war also schon immer voll gestellt und von Gebäuden umringt. Schade ist eigentlich nur, dass es hier kaum Grünfläche gibt. Das würde ihn durchaus attraktiver machen. Da sich aber noch einiges ändern wird, kann man ja nur hoffen, dass vielleicht doch mal einer auf die Idee kommt.
Die geschichtliche Entstehung des Alexanderplatzes
Die Entstehung begann im 13. Jahrhundert. Nahes des Alex wurde das Spital Heiliger Geist errichtet. Das Spital war auch Namensgeber für das Georgentor in der Berliner Stadtmauer, es war vorher unter dem Namen Oderberger Tor bekannt. Von hier aus gingen die wichtigsten Handelsstrassen Richtung Norden und Nordosten bis hin zur Ostsee und der Hansestadt.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadtmauer verstärkt und 1658 bis 1683 entstand hier ein Festungsring. Das war die Entstehung der Residenzstadt. Das südöstliche Stralauer Tor wurde geschlossen und so gewann das Georgentor mehr Bedeutung.
Das Gebiet um das Georgentor wurde durch eine schnell heranwachsende Ansiedelung geprägt, was daran lag, dass das Land hier günstig zu erwerben war. Da der Viehhandel und die Viehzucht in der Stadt verboten waren, ist auf dem Platz vor dem Georgentor ein richtiger Markt herangewachsen. Dieser Platz bekam deshalb auch den Namen Ochsenmarkt.
Trotz eines Bauverbots im Jahr 1691 wuchs die Georgenvorstadt mehr und mehr heran.
Das Georgentor wurde 1701 zum Königstor umbenannt weil König Friedrich I. nach seiner Krönung durch dieses Tor nach Berlin einzog. Die Georgenvorstadt wurde nun auch Königsvorstadt genannt.
1734 wurde die Berliner Zollmauer um die entstandenen Vorstädte gebaut, so verlor das Königstor seine Bedeutung und wurde 1746 abgerissen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war die Grundstruktur der Königsvorstadt geschaffen. Vom Tor aus liefen die Straßen in verschiedene Richtungen. Das Gebiet lebte vom Handel mit Wolle und Seide und es gab militärische Einrichtungen.
Die Nordhälfte des Alexanderplatzes wurde weiterhin als Markt genutzt, wogegen die Südhälfte mit Bäumen vom Verkehr abgetrennt wurde und als Paradeplatz diente.
Auf dem Markt fand ab dem 18. Jahrhundert jedes Jahr die bedeutendste Wollmesse Deutschlands statt. Der Grundstein für ein Handelsimperium war geschaffen.
1805 wurde der Königsplatz zum Alexanderplatz umgetauft.
Grund hierfür war der Empfang des russischen Zaren Alexander I. auf dem Paradeplatz.
Da der Platz damals schon Verkehrsknotenpunkt war, fuhren hier 1847 viertelstündlich Pferdekutschen von hier zum Potsdamer Platz.
1848 wurde auf dem Alexanderplatz ein Teil der Märzrevolution ausgetragen. Es kam zu Kämpfen auf dem Marktplatz und die Revolutionäre blockierten den Weg in die Stadt.
Im 19. Jahrhundert standen dann auch schon die ersten fünfstöckigen Gebäude und die Fabriken und militärischen Einrichtungen mussten Wohnungen und Läden weichen.
1870 wurde die Berliner Stadtbahn auf dem zugeschütteten Festungsgraben gebaut. 1882 eröffnete dann schließlich der Stadtbahnhof Alexanderplatz.
1886-1890 wurde auf dem Alexanderplatz das Polizeirevier gebaut und 1890 wurde das Amtsgericht eröffnet.
1886 wurde westlich der Stadtbahn eine Zentralmarkthalle eröffnet und 1896 wurde dann der Wochenmarkt auf dem Alexanderplatz verboten.
Die frei gewordene Fläche bot nun Platz für den Verkehr und es wurde hier recht unruhig, wogegen der südliche Teil, der Paradeplatz, zunehmend ruhiger wurde. Schließlich begrünte man 1889 den Platz und machte ihn zum Park.
Das 20. Jahrhundert war die Blütezeit des Alexanderplatzes.
1901 wurde hier das erste deutsche Kabarett, das Überbrettl gegründet. Es folgten Hotels und 1901 öffnete das Volkswarenhaus Tietz seine Türen. 1910 folgte das Wertheim Kaufhaus.
1908 wurde neben dem Überbrettl das Lehrervereinshaus eröffnet, es hatte eine Konditorei, ein Restaurant und im hinteren Teil einen Hoteltrakt. Das Lehrervereinshaus finanzierte sich zum großen Teil aus den Mieteinnahmen.
Außerdem stand hier noch die pädagogische Bibliothek, sie überstand zwei Weltkriege weitestgehend unbeschadet.
Das Aufleben des Platzes wurde durch seinen Verkehrsknotenpunkt begünstigt. Es gab ab 1913 drei unterirdische U-Bahnlinien, die Fern- und S-Bahn, Busse, ab 1877 Pferde- und ab 1898 auch elektrische Straßenbahnen.
In den Zwanzigern war er DER Platz, da hatte er seinen industriellen Höhepunkt. Viele Gebäude trugen große Leuchtreklametafeln, die die Nacht zum Tag machten.
1941 bis 1943 erreichte der Krieg dann auch den Alexanderplatz. Große Teile der Königs- und der Georgenvorstadt wurden zerbombt.
Nach dem Krieg wurde 1951 der Platz nicht mehr aufgebaut. Aus ihm wurde eine 90 Meter breite Straße, die vom Osten über den Alexanderplatz bis zur Straße Unter den Linden ging. Der Westen wurde mit den heute typischen Plattenbauten besiedelt.
1965 wurde südwestlich des Alexanderplatzes der Fernsehturm gebaut und im März 1966 wurden auf dem Alexanderplatz die Straßenbahnschienen wieder entfernt und verlegt. Man wollte eine reine Fußgängerzone und diese war mit 80.000 Quadratmetern jetzt viermal so groß wie vor dem Zweiten Weltkrieg.
Nach der Wende wollte man wieder ein Straßenbahnnetz und so fuhr 1998 wieder die erste Straßenbahn über den Alexanderplatz.
2004 ging der Bauboom dann erst richtig los. Das Centrum Warenhaus wurde zu Galeria Kaufhof und das Berolinahaus wurde saniert und beherbergt seit 2006 eine Filiale des Modegeschäfts C&A.
Der Platz wurde mit gelbem Granit gepflastert, er sollte dem roten Platz in Russland ähneln und die aus den zwanziger Jahren stammenden unterirdischen Toilettenhäuschen wurden modernisiert.
An der Stelle auf der das Polizeirevier stand wurde das Einkaufzentrum Alexa gebaut. Es gehört zu den größten Einkaufszentren Berlins, zeitgleich wurde das sechsgeschossige Handelshaus Die Mitte eröffnet. Unter dem Alexanderplatz wurde eine Tiefgarage mit drei Ebenen und Platz für 650 Autos gebaut.
Der Alexanderplatz ist also ein Platz der einen ständigen Wandel durchlebt hat und es wird sich auch in Zukunft noch so einiges ändern. Hier steht die Zeit nicht still! Die Baupläne für ein neues Bild des Alexanderplatzes stehen schon. Es ist nur noch eine Frage der Zeit wann sie umgesetzt werden.
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