Barcelona - GaudÃ, Fußball, Einkausparadies und nicht enden wollende Nächte
Oktober 5, 2007 by admin
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Barcelona, das ist GaudÃ, Gaudà und nochmals Gaudà – die schönste Architektur, aber auch die eindrucksvollste. Deshalb gehört Barcelona, seines berühmtesten Sohns Gaudà wegen und des etwas orientalischen, verspielten Modernismus, zu den sehenswertesten Städten Europas. Vom Aussichtsturm des „Parc Güell“ sieht man die Türme der „La Sagrada Familia“, der Kathedrale im mittelalterlichen Viertel „Barri Gothic“, und der „Casa Milà “. „In eine Skulptur gegossenes Erdbeben“, so nennt man die „Casa Milà “, denn es gibt keine gerade Linie, keinen rechten Winkel. GaudÃs „Triumph der Ästhetik über die Funktionalität“ ist das gewellte Dach auf der „Casa Milà “: Dort verbinden sich die Schornsteine, mit Tonscherben dekoriert, und lassen den Eindruck eines verzauberten Wald entstehen.
Die Hauptstadt Kataloniens lockt jedoch nicht wegen GaudÃs Kunst alleine jährlich Millionen Touristen aus aller Welt an, sondern auch die weit über 2000 Bars, Cafés und Restaurants, mit ihrer einmaligen Atmosphäre und einem imposanten, sehr freizügigen Nachtleben und der überragenden Einkaufsmöglichkeiten. Dies könnte beispielsweise im „Bosco de les Fades“ beginnen. Der Hof des Wachsmuseums, dekoriert als Märchenwald mit riesigen Kunststoffbäumen, ist der Ort, wo man seinen Drink nimmt, bevor man seinen nächtlichen Streifzug beginnt.
Doch zuvor noch ein Tipp: In der Tat sind die berühmten „Ramblas“ selbst ein Ereignis, aber sich hier in der Nähe eine Unterkunft zu besorgen, verspricht eine absolute zentrale Lage. Neben einigen großen Hotel gibt es auch preiswertere Pensionen. Zwei Beispiele: „Hosteria Grau“ (Ramellers 27, eine Seitenstraße der Ramblas, gepflegt und sauber. Der Preis: um die 50 Euro. Noch günstiger, aber etwas einfacher die „Pension Picasso“, direkt an den Ramblas, Las Ramblas 25. Zimmer gibt es schon ab 30 Euro.
Nach Mitternacht ändern die Ramblas ihr Gesicht. Die internationale Presse in den Kiosken ist eingeschweißten Pornoheften gewichen, und „einsame“ Männer werden ständig von „Liebe“ suchenden Damen angesprochen, auch wenn der Herr in Damenbegleitung ist.
Das nächste Ziel ist das Ausgehviertel „Raval“. In den oft dunklen Gassen verkaufen ebenso dunkle Gestalten für ein paar Euro Strümpfe, Unterwäsche, Hosen, Hemden und Rasierer – nichts kaufen, denn bei Tageslicht stellt man fest, dass alles aus dem Privatbesitz der Verkäufer stammt und bereits benutzt wurde.
Irgendwann kommt man zur „Carrer Nou de la Rambla“, ebenfalls eine dunkle Seitenstraße, aber was für eine. Hier erreicht das Nachtleben Barcelona seinen Höhepunkt. So in der Bar „Manolo“ in der es zum Bier unglaublich laute Musik gibt. Aber man trifft hier auf Lebenskünstler aus aller Welt, die es irgendwie nach Barcelona verschlagen hat, und auf die interessantesten Menschen. Nur ein paar Schritte sind es zum „Plaça Reial“, wo es erst nach zwei Uhr in der Disco „Jamboree“ allmählich losgeht. Vorher ist absolut tote Hose. Die Tanzfläche bebt bis kurz nach vier Uhr, dann machen bereits die Ersten schlapp. Im „La Macarena“ gleich daneben hört man Techno und House, es ist eines der angesagtesten Szene-Lokale von Barcelona.
Am nächsten Morgen, mit einem deftigen Frühstück, stärkt man sich an der frischen Meeresluft an der „Plaja de la Barcelonetta“. Das macht den müdesten Nachtschwärmer wie fit, um die eigentlichen Sehenswürdigkeiten Barcelonas zu entdecken. Als Beispiel das weltberühmte „Nou-Camp-Stadion“, eines der größten Stadien der Welt, und das „Museu del CF“, es zeigt die interessante Geschichte des FC Barcelona. Auch wenn man kein Fußballfan ist, dieses gigantische Stadion, Mekka des katalanischen Fußballs, muss man besichtigen.
Barcelona wirbt mit seiner fünf Kilometer langen Shopping-Line, der angeblich größten Einkaufsstraße Europas. Der Einzelhandel mit seinen etwa 30.000 Geschäften und etwa 160.000 Mitarbeitern dominiert die Stadt, denn diese Branche hat eine lange Tradition: Zahlreiche Straßen der Altstadt sind nach Handwerkern und Zünften benannt. Sie waren es, die den Wohlstand Barcelonas begründeten.
Für Damen ist große Zahl an Modegeschäften unüberschaubar, doch einen Modeladen sollte man unbedingt ansehen: die „Tomate“ im „Barri Gòtic“. Rund 80 Prozent aller Waren, die man hier kaufen kann, stammen aus Barcelona. Seit Jahren zieht die Stadt junge Modemacher aus aller Welt an – auch einen der berühmtesten Designer Barcelonas, Toni Tejero Mansilla, den Besitzer der „Tomate“, in deren Räumlichkeiten einst Kohle und Briketts verkauft wurden. Und gleich neben der „Tomate“ befindet sich die Kneipe „El Portalom“, sie war einst ein Pferdestall. Hier gibt es einen hervorragenden Espresso, der alle Geister weckt, und hervorragende Tapas.
Das gesamte Viertel „Barri Gòtic“ ist wegen seiner einmaligen Atmosphäre ein Magnet, der bei einem Einkaufsbummel Pflicht ist. Die Preise für ausgefallene, aber hervorragende Mode liegen weit, zum Teil sehr weit unter denen in Deutschland.
Doch auch wegen der Qualität der Waren hat sich Barcelona zum Geheimtipp entwickelt. Wer Erlesenes sucht, wird fündig: winzige Läden, die nur mit Federn handeln, Schokoladengeschäfte oder nur Schnickschnack – alles kein Problem.
Ein Pflichtbesuch gehört auch einer Kräuterhandlung aus dem Jahre 1823, die „Herboristeria del Rei“. Eine Büste von Linné inmitten der hellgrünen Ladeneinrichtung im Stile des Rokoko. Die “Herboristeria” ist eines der drei ältesten Geschäfte Barcelonas, zum berühmtesten Kunden zählte einst Salvador DalÃ. Die „Herboristeria“ liegt gleich hinter den Säulenbögen der „Plaça Reial“, einem der schönsten und belebtesten Plätze der Altstadt. Die Laternen sind, wie kann es anders sein, von Gaudà und tragen geflügelte Helme – wie Hermes, der Gott der Kaufleute.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Lebensmittel auf Plätzen unter freiem Himmel verkauft, dann begann die Zeit der Markthallen. Rund 40 dieser gewaltigen Konstruktionen aus Stahl und Glas gibt es noch in der Stadt. Manche wurden zu Kulturzentren umgebaut oder sind wegen Renovierungsarbeiten seit längerem geschlossen. Doch in jedem Viertel gibt es mindestens noch einen „Mercat“, in dem Schinken, Obst, Gemüse und Fisch verkauft werden. Hier spielt sich das alltägliche Leben Barcelonas ab. Besonders ansprechend ist das Obst im „Mercat de la Boqueria“ drapiert. Er hat auch die feinste Adresse: „La Rambla“, sie ist schließlich die beliebteste Flaniermeile der Stadt.
Dass man in Barcelona gerne einkauft, beweist eine Zahl: Fast 20 Prozent des Bargelds, das Touristen in ganz Spanien an Automaten abheben, ziehen sie in der katalanischen Hauptstadt, und nirgendwo sonst in Spanien zücken Touristen häufiger ihre Kreditkarten.
Und dann gibt es noch die Barcelona-Card: Man kann mit ihr für 4,25 Euro einen Tag lang alle öffentlichen Verkehrsmittel – auch für den Shopping-Bus (TomBus), der den ganzen Tag von der „Plaça de Catalunya“ die fünf Kilometer lange Shoppingmeile „Avenida Diagonal“ auf und ab fährt – benutzen.
Barcelona ist eine lebendige Stadt, die vor allem für jüngere Besucher vieles bietet. Die Stadt arbeitet auch daran, junge Menschen anzuziehen und möchte dies auch öffentlich zeigen. Wer in Barcelona Straßenmusiker, Skater oder Straßenkünstler sieht, dann werden diese zum Teil aus aller Welt eingeflogen - nur des Images der Stadt wegen.
Reisebericht von cicero








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