Ausflüge & Sehenswürdigkeiten Menorca

März 30, 2009 by admin  
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Ausflüge & Sehenswürdigkeiten Menorca:
Man sieht es auf den ersten Blick: Menorca ist „steinreich“. Generationen von Menorquinern stapelten über Jahre hinweg Stein auf Stein, um alles mögliche gegen den Wind zu schützen. Nicht umsonst nennen die Einheimische Menorca auch die „Insel des Windes“. So entstand eine Landschaft, die mit geometrischen Naturmauern überzogen ist. Und hinter den Mauern grasen oft schwarzbunte Kühe auf grünen Wiesen, und meist oberhalb leuchten die weiß verputzten Gehöfte der Bauern. Ganz im Gegensatz zu Mallorca, erinnert dieses Bild stark an Irland.


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Menorca
‚© Fotograf: Klaus Stricker / PIXELIO’

 

Und so macht man als erstes die Erfahrung, dass Menorca sich von den anderen Baleareninseln schon optisch unterscheidet. Und die Bewohner: Es ist ihre zurückhaltende Freundlichkeit und ihr Wille, mit der Natur in Einklang zu leben. So wurde Menorca für die Unesco zu einem Modellfall für „gesundes Miteinander von Mensch und Natur“. Man erklärte die ganze Insel zu einem Biosphären-Reservat.

Man akzeptierte aber auch die besondere Beziehung der Menschen zu ihren historischen Kultstätten, den „Taulas“, die es nur auf Menorca gibt. Es sind etwa 30 Standorte von „Taulas“ bekannt, wovon 14 noch gut erhalten sind. „Taulas“ sind T-förmige Monumente, die aus mindestens zwei Steinen bestehen. Die „Taulas“ geben die größten Rätsel auf: Waren sie Opferaltare oder Sternentempel? Niemand weiß es, aber alle respektieren sie. Leben mit ihnen. Da gibt es die „Torralba d’en Salort“, wo ein unglaublicher Duft von wilden Kräutern die ganze Landschaft überzieht. Wo sich wunderschöne Schmetterlinge auf warmen Steine sonnen und Respekt einflößend eine „Taula“ in den Himmel ragt. Sind es doch Steinsetzungen der unbekannten Megalithkultur?

Wanderungen auf Menorca sind Wanderungen zum Genießen. Nicht auf ausgetreten Touristenpfaden sondern auf Wegen, die durch Esel geschaffen wurden, schmal und holprig – also von Steinen übersät. Nur so kommt man auch in die „Torralba d’en Salort“ mit einer überraschenden Flora. Hier sind „Pyramidal-Ragwurz“, das „Weichhaarige Schwefelkörbchen“ oder der „Strahlige Schweinssalat“ zu Hause. Was heißt, dass es angebracht ist, auch einen Pflanzenführer mitzunehmen, aber einen guten, denn der Artenreichtum ist enorm, man vermutet, dass es allein hier über 100 Orchideen geben könnte.

Am Steilhang der „Schlucht von Binigaus“ entdeckt man eine Höhle, mit gewaltigen Ausmaßen, sie wird von den Einheimischen „Kathedrale“ genannt. Noch ein mystischer Ort. Die Schlucht endet dann am noch unverbauten, naturbelassenen wunderschönen „Strand von Binigaus“. Wo gibt es das auf den Balearen sonst noch?

Vor allem im Norden Menorcas konnten unberührte Küstenstreifen erhalten werden, während auf der Nachbarinsel Mallorca die Sünden der Bettenburgen begannen. Unglaubliche 45 Prozent Menorcas stehen unter Naturschutz, und das Prädikat „Biosphären-Reservat“ machte allen touristischen Expansionsträumen von Investoren ein Ende. So konnten bedrohte Feuchtgebiete als Rastplatz für Zehntausende von Zugvögeln erhalten bleiben, die Natur- und Wanderfreunde sind begeistert.

Menorca Strand Buchten Baden Bilder

Menorca
‚© Fotograf: Michael Schröder / PIXELIO’


 

So zeigt sich die zerklüftete Nordküste beinahe unverfälscht. Vom windzerzausten „Cap de Cavalleria“ wechselt die Landschaft abrupt zum rosa schimmernden Sand der „Platja de Cavallieria“. Diese Landschaft berührt alle Sinne: Wieder sind es die Duftwolken der Kräuter und Pflanzen. Man riecht die unverwechselbare „Mahón-Kamille“ und hält sich die Nase zu, wenn man zu nahe an den stinkigen „Fliegenfangenden Schlangenwurz“ kommt. Eine echte Sensation ist die „Cala Pregonda“: das ist schon Karibik, eine von Felsen in unzähligen intensiven Farben gesäumte Bucht, vor der das Meer so intensiv türkis leuchtet, wie es in der Karibik nicht schöner sein kann. Was für ein Erlebnis!

Zwei Städte hat Mallorcas kleine Schwester aber auch vorzuweisen. Da ist einmal die Inselhauptstadt „Mahón“, am Ende einer fast sechs Kilometer langen, sehr schmalen Bucht auf einem Felsplateau gelegen. Ebenso unvergleichlich mit allen anderen Balearen-Städten. Der Naturhafen der Stadt ist historisch in seiner Vergangenheit, nutzten ihn doch schon die Römer, Byzanthiner und Araber. Später händelten Spanier, Franzosen und Engländer um das begehrte Eiland. Die Engländer bauten „Mahón“ bereits im 18. Jahrhundert zur Hauptstadt aus. Und bis heute hat sich „The british way of life“ in den Straßen der Stadt erhalten. Wie in englischen Kleinstädten sieht man die typischen Schiebefenster und die blank geputzten Messingklopfer an den Haustüren. Und „das Wichtigste“: Die Gin-Destillerie am Hafen, die noch heute den „Ginebra de Mahón“ herstellt.

Genau am anderen Ende der Insel liegt „Ciutadella“, der absolute Kontrast zur Hauptstadt. „Ciutadella“, einst Bischofssitz und jahrhundertelang Inselhauptstadt, bevor Mahón es wurde. Hier residierten arabische Kalifen und die katalanischen Eroberer. „Ciutadella“ ist viel spanischer als Mahón: alte Herrensitze, Laubengänge und Arkaden, Adelspaläste und schattige Innenhöfe im maurischen Stil. Eine andere Welt, und genau dies trifft auf die ganze Insel zu.

Jeder Besucher der Insel muss das kulinarische Highlight Menorcas zumindest verkosten, besser noch davon mit nach Hause nehmen: der „Queso de Mahón“ – ein Käse von der Milch unverdorbener Inselkühe. Was es mit dem Käse auf sich hat, erklärt mit einmaligem Charme Jeronima Casals Pedreño - Herrin über „Hort de Sant Patrici“, wo sich ihr kleines Käsereich befindet. Gourmets pilgern auch in den Hafenort „Fornells“, wo es angeblich die besten Langusten gibt. Deshalb sollte man es wie König Juan Carlos machen, der immer wieder von Mallorca nach „Fornells“ segelt, um dort Langusten zu verzehren.

Menorca Spanische Architektur Haueser Ferienhaus Bilder

Menorca
‚© Fotograf: moppel1954 / PIXELIO’

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Menorca
‚© Fotograf: Nicole / PIXELIO’

 

Doch was kann es Schöneres geben, als die einfachen Genüsse während eines Picknicks schätzen zu lernen. So an einer weiteren grün umwucherten Megalith-Kultstätte, nahe dem verschlafenen Fischerdorf „Es Grau“, nach einer großartigen Wanderung durch den „Naturpark S’Albufera des Grau“: In „Es Grau“ gibt es die besten Sardinen Menorcas.

Menorca: eine Traumgegend für Wanderer und Fisch-Liebhaber, aber auch für Menschen, die etwas Mystik für ihr Leben brauchen.

Reisebericht von Steffen

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